Lehrteam PhysioBib, Nils Reiter
In vielen physiotherapeutischen Praxen gilt Krafttraining bei unspezifischen Rückenschmerzen als eine der wichtigsten therapeutischen Strategien. Im Praxisalltag entsteht dabei schnell die Annahme, dass eine Steigerung der Muskelkraft automatisch zu einer Verringerung der Schmerzen führt. Die aktuelle Forschung zeigt jedoch ein deutlich komplexeres Bild. Der Zusammenhang zwischen Kraftentwicklung, funktioneller Belastbarkeit und wahrgenommenem Schmerz ist vielschichtig und nicht immer eindeutig nachweisbar. Diese Fortbildung setzt genau hier an und beleuchtet, welche Bedeutung Krafttraining bei unspezifischem Rückenschmerz tatsächlich hat und unter welchen Voraussetzungen ein gezielter therapeutischer Einsatz sinnvoll sein kann. Im Online-Seminar werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich dargestellt und in einen praxisnahen physiotherapeutischen Kontext übertragen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der sogenannten evolutionären Hypothese der lokalen Dekonditionierung der lumbalen Rückenstrecker. Dieses Modell beschreibt, wie moderne Bewegungs- und Lebensgewohnheiten langfristig zu einer reduzierten Belastbarkeit bestimmter Muskelgruppen der Lendenwirbelsäule beitragen können. In diesem Zusammenhang wird diskutiert, ob eine strukturelle Schwächung der lokalen und globalen Extensionsmuskulatur entstehen kann, die sich auf Stabilität und Belastbarkeit der Wirbelsäule auswirkt. Darauf aufbauend wird betrachtet, in welchem Umfang eine solche Dekonditionierung möglicherweise zur Persistenz von Beschwerden beiträgt. Gleichzeitig wird kritisch eingeordnet, wann Krafttraining tatsächlich therapeutisch wirksam sein kann und wann andere Einflussfaktoren wie Bewegungserfahrungen, Schmerzverarbeitung oder psychosoziale Aspekte stärker berücksichtigt werden sollten. Ziel der Fortbildung ist es, Therapeutinnen und Therapeuten eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu vermitteln, um Trainingsentscheidungen differenziert und evidenzbasiert treffen zu können. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der funktionellen Rolle der lumbalen Extensionsmuskulatur. Dabei werden sowohl anatomische und biomechanische Grundlagen als auch klinische Hinweise betrachtet, die auf eine lokale Dekonditionierung der Rückenstrecker hinweisen können. So entsteht ein praxisorientiertes Verständnis dafür, welche Strukturen im Rahmen der Therapie gezielt adressiert werden sollten. Neben der theoretischen Betrachtung werden auch konkrete Trainingsstrategien vorgestellt, die sich direkt in den physiotherapeutischen Alltag integrieren lassen. Teilnehmende erhalten Einblicke, wie spezifische Übungen aufgebaut werden können, um die Belastbarkeit der lumbalen Muskulatur systematisch zu steigern und Training sinnvoll in bestehende Behandlungskonzepte einzubinden. PhysioBib versteht sich als Projekt der Wissenschaftskommunikation innerhalb der Physiotherapie. Ziel ist es, komplexe Forschungsergebnisse so aufzubereiten, dass sie im klinischen Alltag verständlich und praktisch nutzbar werden. Das Seminar unterstützt Therapeutinnen und Therapeuten dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu bewerten und fundierte Entscheidungen bei der Behandlung von Rückenschmerzen zu treffen. Kursinhalte Aktueller Forschungsstand zum Zusammenhang von Muskelkraft und Schmerz bei unspezifischem Rückenschmerz Evolutionäre und funktionelle Einordnung der lumbalen Extensionsmuskulatur Klinische Hinweise zur Identifikation lokaler Dekonditionierung der Rückenstrecker Spezifische Trainingsansätze zur gezielten Behandlung dieser Problematik im physiotherapeutischen Alltag Zusammenfassung Dieses Online-Webinar bietet eine wissenschaftlich fundierte Einordnung des Zusammenspiels zwischen Krafttraining, funktioneller Belastbarkeit und Schmerz bei unspezifischem Rückenschmerz. Teilnehmende erfahren, wann gezieltes Training therapeutisch sinnvoll eingesetzt werden kann, welche Strukturen besonders relevant sind und wie evidenzbasierte Entscheidungen in der Therapie getroffen werden. Bitte beachten: Dieser Kurs findet Online statt, daher ist folgendes zu berücksichtigen: Der Kurs wird über die Plattform “Zoom” übertragen. Bitte laden Sie die Anwendung im Vorfeld auf Ihren Desktop und informieren Sie sich kurz über deren Nutzung. Das Herunterladen der App ist entscheidend für eine stabile und gute Bildqualität während des Kurses. Eine funktionsfähige Kamera sowie ein funktionierendes Mikrofon müssen vorhanden sein. Bitte befinden Sie sich spätestens 15 Minuten vor Kursbeginn im virtuellen Warteraum. Praktische Inhalte können visuell demonstriert werden, jedoch kann der Referent diese nicht haptisch korrigieren. Teilnehmende können sich jederzeit freischalten und Fragen oder Antworten in die Runde geben. Während des Unterrichts kann der Referent den Chat nicht kontinuierlich verfolgen, daher bitten wir darum, das Mikrofon zu nutzen.
Chronische oder wiederholt auftretende Schmerzen lassen sich häufig nicht ausschließlich durch strukturelle oder biomechanische Veränderungen erklären. In den vergangenen Jahren hat sich zunehmend gezeigt, dass verschiedene Lebensstilfaktoren einen wesentlichen Einfluss auf Schmerzprozesse ausüben können. Aspekte wie Schlafqualität, Stressbelastung oder Ernährungsgewohnheiten wirken auf komplexe neurobiologische und psychologische Mechanismen und beeinflussen sowohl die Wahrnehmung als auch die langfristige Entwicklung von Schmerzen. Diese Weiterbildung setzt genau an diesen Zusammenhängen an und zeigt, wie Lebensstilfaktoren in ein modernes biopsychosoziales Verständnis von Schmerz integriert werden können. Im Rahmen dieses Online-Seminars werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich sowie praxisnah vermittelt. Ziel ist es, therapeutischen Fachpersonen einen fundierten Überblick darüber zu geben, wie unterschiedliche Lebensstilfaktoren auf das Nervensystem und auf schmerzrelevante Regulationsprozesse wirken können. Gleichzeitig wird erläutert, weshalb diese Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen eine wichtige Rolle spielen. Besonders Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten erhalten durch das Seminar eine wertvolle Möglichkeit, ihre Kompetenzen im biopsychosozialen Arbeiten weiter auszubauen und wissenschaftliche Erkenntnisse sinnvoll in den therapeutischen Alltag zu übertragen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie komplexe Zusammenhänge zwischen Schlaf, Stress, Ernährung und Schmerz verständlich vermittelt werden können. Therapeutinnen und Therapeuten erhalten Anregungen, wie diese Themen sensibel im Gespräch mit Patientinnen und Patienten angesprochen werden können, ohne die eigene therapeutische Rolle zu überschreiten. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie relevante Lebensstilfaktoren im Praxisalltag erkannt und strukturiert berücksichtigt werden können. Dadurch entsteht eine Grundlage, um Betroffene bei realistischen gesundheitsbezogenen Veränderungen zu begleiten und ihre Selbstwirksamkeit im Umgang mit Schmerzen zu stärken. Das Online-Format ermöglicht eine kompakte und gleichzeitig fundierte Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Teilnehmende erhalten praxisorientierte Perspektiven, die helfen können, Schmerz nicht ausschließlich aus struktureller Sicht zu betrachten, sondern auch die Bedeutung alltäglicher Gewohnheiten im therapeutischen Kontext besser zu verstehen. Kursinhalte Wirkmechanismen von Stress im Zusammenhang mit Schmerz und Schmerzchronifizierung Einfluss von Schlafmangel auf neurobiologische Prozesse im Schmerzsystem Rolle von Ernährung und Stoffwechsel im Schmerzkontext Klinische Hinweise zur Erfassung relevanter Lebensstilfaktoren in der physiotherapeutischen Praxis Kommunikations- und Gesprächsstrategien im physiotherapeutischen Setting Praxisnahe Ansätze zur Förderung gesundheitsbezogener Verhaltensänderungen Über PhysioBib PhysioBib ist ein Projekt zur Wissenschaftskommunikation innerhalb der Physiotherapie. Ziel ist es, aktuelle Forschung verständlich, kritisch und praxisnah aufzubereiten. Durch Podcasts, Webinare und wissenschaftliche Dossiers entsteht eine Verbindung zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem therapeutischen Alltag im deutschsprachigen Raum. Im Mittelpunkt steht dabei, komplexe Inhalte zugänglich zu machen und evidenzbasierte Perspektiven für die Praxis bereitzustellen. Zusammenfassung Diese Weiterbildung verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisrelevanten Perspektiven für den therapeutischen Alltag. Schlaf, Stress und Ernährung werden als wichtige Einflussfaktoren im Schmerzgeschehen betrachtet und in einen biopsychosozialen Zusammenhang eingeordnet. Teilnehmende erhalten Impulse, wie sich diese Zusammenhänge verständlich erklären und sinnvoll in physiotherapeutische Prozesse integrieren lassen. Bitte beachten: Dieser Kurs findet Online statt, das heißt. Daher ist folgendes zu beachten: Der Kurs wird über die Plattform “Zoom” übertragen, daher bitte im Vorfeld diese App auf den Desktop laden und sich kurz darüber informieren. Das Herunterladen der App ist ausschlaggebend für die Bildqualität des Kurses. Eine funktionsfähige Kamera wie auch ein funktionsfähiges Mikrofon muss vorhanden sein. Du musst spätestens 15 Minuten vor Kursbeginn im Warteraum sein. Praktische Inhalte können gezeigt wie auch vorgeführt werden (optisch) aber vom Referenten haptisch nicht kontrolliert werden. Die “Teilnehmer” können sich jederzeit freischalten und Ihre Fragen/Antworten in den Raum stellen. Der Referent kann während des Unterrichts nicht auf den Chat achten, daher bitten wir die Teilnehmer das Mikrofon zu nutzen.
Angst vor Bewegung und das daraus resultierende Vermeidungsverhalten gehören zu den häufigsten Schwierigkeiten im physiotherapeutischen Umgang mit Schmerzpatientinnen und -patienten. Wer diese Mechanismen erkennen und therapeutisch sinnvoll beeinflussen möchte, benötigt mehr als reine Trainingsanleitungen. Entscheidend ist ein solides Verständnis der psychologischen und neurophysiologischen Hintergründe von Schmerz und Verhalten. Diese Online-Fortbildung vermittelt genau dieses Wissen und zeigt gleichzeitig, wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch in der Therapie angewendet werden können. Ziel ist es, Therapeutinnen und Therapeuten dabei zu unterstützen, Bewegungsangst besser zu verstehen und Patientinnen und Patienten sicher zurück zu mehr Aktivität zu begleiten.Im Praxisalltag zeigt sich immer wieder, dass Schmerzen nicht nur körperliche Funktionen beeinflussen, sondern auch das Vertrauen in die eigene Bewegungsfähigkeit verändern. Viele Betroffene vermeiden Aktivität aus Sorge, ihre Beschwerden zu verschlimmern. Dadurch entstehen häufig Kreisläufe aus Schonung, wachsender Unsicherheit und langfristig verstärkten Schmerzen. Genau hier setzt diese Fortbildung an. Sie erklärt, wie Bewegungsangst entstehen kann, welche Rolle Erfahrungen und Erwartungen spielen und wie sich diese Faktoren im therapeutischen Verlauf bemerkbar machen.Ein zentraler Bestandteil des Kurses ist die Verbindung von wissenschaftlicher Theorie mit praktischer Anwendung. Die Teilnehmenden lernen unterschiedliche Modelle zur Erklärung von Bewegungsangst kennen und erfahren, welche Bedeutung diese für die physiotherapeutische Behandlung haben. Gleichzeitig werden konkrete Strategien vorgestellt, mit denen sich Bewegungsängste im Praxisalltag erkennen und konstruktiv angehen lassen. Neben diagnostischen Überlegungen spielen dabei auch Aufklärung, Kommunikation und gezielte Bewegungstherapie eine wichtige Rolle.Darüber hinaus wird verdeutlicht, wie therapeutische Kommunikation helfen kann, negative Erwartungen zu verändern und Patientinnen sowie Patienten schrittweise wieder an Bewegung heranzuführen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Selbstwirksamkeit. Wenn Betroffene erleben, dass Aktivität trotz Schmerzen möglich ist, stärkt dies häufig das Vertrauen in den eigenen Körper. Diese Erfahrung bildet eine wichtige Grundlage für langfristige Rehabilitation und nachhaltige Aktivität.PhysioBib beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich für die physiotherapeutische Praxis aufzubereiten. Durch Podcasts, Studienzusammenfassungen und Fortbildungen wird der Transfer aktueller Forschung in den klinischen Alltag unterstützt. Ziel ist es, Therapeutinnen und Therapeuten zu evidenzbasierten Entscheidungen zu befähigen und die Physiotherapie im deutschsprachigen Raum weiter zu professionalisieren.KursinhalteTheoretische Modelle zu Bewegungsangst und VermeidungsverhaltenScreening- und Einschätzungsstrategien für Bewegungsangst im physiotherapeutischen PraxisalltagPraxisnahe Kommunikationsstrategien im Umgang mit BewegungsangstKonkrete Übungs- und Bewegungstherapieansätze zur Reduktion von VermeidungsverhaltenStrategien zur Förderung von Selbstwirksamkeit im therapeutischen ProzessZusammenfassungDie Fortbildung vermittelt ein klares Verständnis für Bewegungsangst im Zusammenhang mit Schmerz und zeigt praxisnahe Möglichkeiten auf, wie Therapeutinnen und Therapeuten Vermeidungsverhalten erkennen und gezielt beeinflussen können. Durch die Kombination aus wissenschaftlichen Modellen, klinischer Einschätzung und konkreten Therapieansätzen entsteht eine fundierte Grundlage für eine patientenzentrierte physiotherapeutische Behandlung.Bitte beachten: Dieser Kurs findet Online statt, das heißt. Daher ist folgendes zu beachten:Der Kurs wird über die Plattform “Zoom” übertragen. Bitte installiere diese Anwendung im Vorfeld auf deinem Desktop und informiere dich kurz über die Nutzung.Das Herunterladen der App verbessert maßgeblich die Bildqualität während des Kurses.Eine funktionierende Kamera sowie ein funktionsfähiges Mikrofon sind erforderlich.Bitte sei spätestens 15 Minuten vor Beginn im virtuellen Warteraum.Praktische Inhalte können demonstriert werden, jedoch kann der Referent diese nicht direkt haptisch korrigieren.Teilnehmende können sich jederzeit freischalten und Fragen oder Antworten in die Runde geben.Während des Unterrichts kann der Referent den Chat nicht dauerhaft verfolgen, daher bitten wir darum, das Mikrofon zu verwenden.